Der Bienenbaum Euodia hupehensis

(c) bernd reichel
Der Bienenbaum Euodia hupehensis

Ein spätsommerliches Nahrungsangebot für Honigbienen

In den USA auch Bee-Bee-Tree, in Ungarn Honig­baum ge­nannt. Ver­wandt­schaft: Rutaceae / Rauten­ge­wächs; dazu ge­hören 900 Arten. Familie­nname von Ruta graveolens. Ver­wandt: Citrus­früchte, Diptam (Bren­nender Busch), Skimmien. Alle Rutaceaen strömen ätherische Öle aus, be­sonders bei heisser Witterung. Diptam lässt sich zum Bei­spiel dann mit einem Feuer­zeug anzünden. Rutaceaen ent­halten viel Zucker, Säuren und Vitamine.

Heimat: Ost­asien (China), in Europa bis vor gut 50 Jahren un­be­kannt, ausser in botanischen Gärten. In den 50er Jahren durch F. Schwoebel, Curator am Bienen­forschungs­institut der Uni Pennsylvania, welt­weit ver­breitet. Seit März 1983 ver­stärkte Ver­breitung in Deutschland und Europa durch Bernhard Jaesch, Springe - Bennigsen.

Winter­härte­zone: 7a / Bärtels, (mittlere Jahres­min. minus 17 bis minus 15 Grad). Hier in Bennigsen im Winter 1986 minus 24 Grad und im Winter 1996 minus 25 Grad ohne Schäden über­standen.

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Der Bienenbaum entwickelt eine breite Krone.

Wuchsform: Baum bis ca. 12 m Höhe, breite runde Krone, schnell­wachsend, im ersten Jahr etwa 80 - 100 cm. Ab­stand bei Gruppen­pflanzungen 3 - 5 m. Sommer­grün, Rinde bräunlich-grau. Große Ähn­lich­keit mit Phellodendron, aber freie Winter­knospen.

Blätter: Unpaarig gefiedert, 7 - 11 Fieder­paare. Ähnlich­keit mit Holun­der und Eschen. Fieder­blatt sitzend oder sehr kurz ge­stielt, an der Basis fast ei­rund ganz­randig oder fein ge­kerbt. Fieder schmal, ei­förmig zu­ge­spitzt, 5 - 10 cm lang.

Blüte: Trugdolde ähnlich dem Holunder mit 15 - 25 cm Durch­messer; end­ständig. Blüte weiss­lich, ca. 1 cm groß, meist 4- zählig. Ge­trennt ge­schlecht­lich. In der Dolde sind ca. 2/3 der Blüten rein rein männlich. Es gibt auch rein männliche Bäume. Die männlichen Blüten öffnen sich zu­erst und er­zeugen am meisten Nektar. Der Nektar von ca. 3 Blüten ge­nügt, um den Honig­magen einer Biene zu füllen, wenn die Blüte vor­her einige Stunden vom Bienen­flug frei­ge­halten wurde. Des­halb auch sehr starker Bienen­flug zur Blüte­zeit. Pollen hell­gelb. Beste bisher be­kannte Spät­tracht (Bienen­weide) und gleich­zeitig ein her­vor­ragendes Vogel­nähr­gehölz; das her­unter­ge­fallene Laub wird aus­serdem sehr gern von Regen­würmern ver­zehrt.

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Ein Bienenbaum auf einem Kinderspielplatz.

Blütezeit: Ende Juni - Mitte Oktober, Haupt­blüte Ende Juli bis Mitte September, das ist die Zeit der Brut­er­neuerung der Bienen für das nächste Jahr, wenn das Tracht­angebot in unserer Kultur­land­schaft ge­ring ist. Der Baum kann be­reits ab dem 4. Lebens­jahr an­fangen zu blühen.

Frucht: Ledrige Kapseln mit 2 Klappen; 2 Samen je Kapsel; 4 - 5 Kapseln stehen bei­sammen; Samen klein (etwa wie Raps), schwarz-blau, meist doppel­samig zu­sammen­hängend, sehr öl­haltig. 1 g = 80-100 Körner. Samen­reife Oktober - November. Die Frucht­stände sind dann purpur­rot ge­färbt. Die Samen werden sehr gern von allen möglichen Vögeln ge­fressen. Frucht- und Samen­stände eignen sich her­vorragend zu floristischen Zwecken.