Die Tübinger Mischung
Bienenweide für Honig-, Wildbienen und Hummeln

Imkerei Josef Dühnen in Haselünne im Emsland: Eine mit der Tübinger Mischung angesäte Brachfläche, es blühen gerade Kornblumen, Phacelia und Ölrettich

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Mit der Tübinger Mischung
angesäte Brachfläche

Laßt Blumen blühen

In unserer aus­ge­räumten und arten­armen Kultur­land­schaft finden unsere Honig­bienen, aber auch andere blüten­besuchende Insekten wie Hummeln, Wild­bienen, Schmet­ter­linge, Fliegen und Käfer kaum mehr ge­nügend Nahrung. Auch das ist ein Grund für das Arten­sterben.

Dabei geht der An­teil der land­wirt­schaft­lich ge­nutzten Flächen zu­rück, laut EU-Land­wirt­schafts­politik sollen die Land­wirte bis zu 10% ihrer Flächen brach­liegen lassen oder stillegen.

Diese Brach- und Stillegungsflächen werden nur in den seltensten Fällen mit für blüten­be­suchende Insekten nutz­baren An­geboten ein­gesät, dabei wäre das ein Weg, das Angebot sowohl für Insekten zu steigern als auch anderen Tieren wie Reb­hühnern, Fasanen und Nieder­wild sowohl eine zu­sätzliche Deckung nach der Ernte der Felder sowie mit dem Samen­angebot auch gute Nahrungs­quellen zu er­schließen. Bei genügend großen Flächen käme sogar eine zu­sätzliche Honig­ernte in Frage, was für den Be­darf an 100.000 Tonnen Honig in Deutschland sich von Vor­teil wäre.

Tübinger Mischung

Die Tübinger Mischung ist eine Saat­gut­mischung, die nach­einander ab­blühend über einen langen Zeit­raum hinweg blüten­be­suchenden Insekten ein großes Nahrungs­angebot be­schert, dies zu einer Jahres­zeit, wo nicht mehr viel blüht. Die Tübinger Mischung setzt sich zu­sammen aus etwa 40% Phacelia, 25% Buch­weizen, 7% Senf, 6% Koriander, 5% Ringel­blume und Schwarz­kümmel, je­weils 3% öl­rettich, Korn­blume und Wild­malve sowie 2%Borretsch und 1% Dill zu­sammen.

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Kornblume mit Wildbiene, Buchweizen und Senf

Kultur der Tübinger Mischung

Fast alle Böden sind ge­eignet, auf trockenen, leichten Sand­böden ge­deiht die Tübinger Mischung je­doch nicht. Die Aus­saat sollte in feuchten Boden er­folgen, das Saat­gut muß leicht von Erde be­deckt sein, da es einige Dunkel­keimer ent­hält. Bei Drill­saat kann etwa 5 cm Furchen­tiefe ein­ge­stellt werden, bei flächiger Aus­saat sollte das Saat­gut ein­geeggt werden. Der Aus­saat­termin sollte so ge­legt werden, daß die Säm­linge nicht mehr von den Nacht­frösten der Eis­heiligen ge­schädigt werden. Bei Maschinen­saat werden 7 kg/ha be­nötigt, bei Flächen­saat 9-10 kg je nach Boden­körnung. Der Preis pro kg Tübinger Mischung liegt bei Euro 5,95 bis 7,45, je nach Packungs­größe.

Blühbeginn der Tübinger Mischung

Etwa drei Wochen nach Aus­saat beginnt die Tübinger Mischung zu blühen. Die ein­zelnen Komponenten garantieren ein Blüten­an­gebot, das bis zum ersten Frost an­dauert. Tübinger Mischung bietet ein reiches Pollen­angebot. Wenn die Sommer­monate nicht zu trocken sind, können außer­dem Honig­bienen aus dem Nektar der ver­schiedenen Blüten einen wohl­schmecken­den Honig be­reiten.

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Ringelblume, Kornblume und Phacelia